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ImageMan kann unmöglich in einem Satz die Vielfalt der Natur und Architektur der Provinz Azzurra beschreiben.  Seen, Berge, Flüsse und Wasserfälle.  Und Blumen, Schluchten, Wege und atemberaubende Hochebenen. Und wo die Natur der Kreativität des Menschen Raum lässt, finden sich Hotels und Paläste aus der Zeit des Liberty Ende des 19. Jh., als die “Grand Tour” auf dem See einer der Höhepunkte für die bessere europäische Gesellschaft war. Illustre Gäste und Künstler wandelten hier einst am Seeufer, und wohnten in den Patriziervillen oder wählten in Lago Maggiore, Orta oder den Ossola-Tälern ihren Aufenthaltsort.  Was könnte man nicht alles von den kleinen Bergdörfern erzählen, in denen der Geschmack vergangener Traditionen unverändert erhalten ist, oder dem unvergleichlichen Zauber der Perlen der Natur, Architektur, und Leben der Inseln Borromeo?  Unangefochtener Herrscher, und Krone dieses Teils des östlichen Piemonts ist die Bergkette der Alpi Lepontine wo der Gipfel des Monte Rosa alles überragt.
Die Provinz Azzurra hat natürliche Grenzen,  die sich idealerweise nach Novarese hin weiten,  wo am südlichen Ende des Lago Maggiore die Stadt  Arona liegt, auf einer Seite vom Koloss von San Carlo überragt, auf der anderen, auf dem Lago d’Orta liegt das schöne mittelalterliche Dorf und die Ortainsel San Giulio.

ImageEine Reise von den Ufern des  Lago Maggiore dem Wasser folgend, das ruhig in den Seebecken fliesst, aber heftig von den Gipfeln des  Verbano Cusio Ossola entspringt. Das Wasser ergreift Besitz von der Natur und formt sie zu immer neuen Landschaften. Vom Maggiore steigen wir zum Toce-Tal hin auf, und stossen gleich auf das Reservat Dormelletto und weiter nördlich auf das Reservat Fondotoce: sumpfiges Röhricht, in dem eine  grosse Artenvielfalt intakt erhalten ist.  Auf natürlichen Wegen  entdeckt man die verborgensten Winkel, und beobachtet ohne zu stören, diese natürliche Einzigartigkeit, wo der Mensch nur zum kennenlernen, studieren und beschützen seines Weges geht.  
Der Fluss Toce durchfliesst gemächlich das ganze Ossola Tal, bildet Kurven und eine Art Wasserscheide, die Lebensquell und natürliche Energie darstellt. Wenn man seinem Lauf folgt, durchläuft man die Ossola-Täler und kommt zum Wasserfall von Toce: 143 schwindelerregende Meter die ihn zum zweithöchsten Wasserfall Europas machen.  Die unvergleichliche Kraft des Wassers wird so zum übergrossen Hauptdarsteller einer der aufregendsten Vorstellungen, die die Natur uns schenken kann. Doch wo der Wasserfall von Toce seine Gewalt in einem einzigen Sprung ausdrückt, finden wir im Tal von Bognanco die meisten Wasserfälle des ganzen Ossola-Tals. Es wird das „Tal der 100 Wasserfälle“ genannt, um diese Besonderheit zu unterstreichen, mit so reinem, wohltuendem Wasser, dass hier viele thermale Aktivitäten von Mai bis Oktober möglich sind.  Genauso lebhaft, wenngleich weniger eindrucksvoll sind die Alpenseen, kleine, von den Gipeln gesäumte Oasen: das Antrona Tal ist hier das Hauptbeispiel mit dem Cingino, einem Prunkstück mit seiner umgebenden Alpennatur. Aber die vielen Hochseen im Verbano Cusio Ossola sind wie natürliche Pausen, die die Abfolge der Wege zwischen den Tälern unterbrechen. 
Wasser ist eine natürliche Quelle des Wohlbefindens. In der Gemeinde von Premia, im Valle Antigorio,  ist eine Warmwasserquelle in einer Bulle von Papst Paul IV von 1556 dokumentiert, wo von einem „Bach aus warmem Wasser“ die Rede ist. Ein wertvolles Geschenk der Natur, das heute in den Thermen „di Premia“ jedermann zugänglich ist. Image

Doch wenn das Wasser Quell, Spiegel, Kraft und vitale Energie ist, führt die Erosion durch Gletscherschmelzwasser hier zur Bildung der natürlichen, eindrucksvollen Einbuchtungen: den Schluchten.  Premia, Crodo, und Cannobio: 3 so unterschiedliche Orte, vereint durch Schluchten, die in  uralten Zeiten entstanden,  sind noch heute wahre Prachtstücke der Natur, die in den Schluchten sich selbst stets neu erschafft, und eine Vorstellung bietet, die kein menschliches Genie sich je ausdenken könnte.   

Die  Lepontiner Alpen umfassen in sanfter Umarmung aus Hängen, wilden Tälern, und rauen, unwegsamen Gipfeln das ganze Gebiet von  Verbano Cusio Ossola.
Die Höhenparks sind archäologisch-mineralogisch wie naturalistisch interessant. Wie die herrliche Landschaft der Alpe Devero und der Alpe Veglia, wo vom Aussterben bedrohte Tierarten in seltenen Kolonien leben (wie der Steinadler). Wo aber auch die prähistorische Vergangenheit derartige Spuren hinterliess, dass die archäologische Forschung zum kontinuierlichen “work in progress” wird.
Quasi unberührt von Menschenhand, ausser wo sie den Regeln der Natur folgt, ist  Valgrande. Stätte historischer Begebenheiten, die die Menschen in Resistancezeiten durchziehen und leben sah. Heute gibt es in dieser Ecke keine festen Ansiedlungen mehr oder andere moderne Infrastruktur: es ist das grösste noch wilde Gebiet Europas.  Es bleiben die Spuren und Zeichen der Vergangenheit, und kilometerlange, interessante Wege, die man vorsichtig gehen sollte. Hier brechen die Sonnenstrahlen durch den dichten Buchenwald und lassen die kristallenen Wasser der vielen durchziehenden Wildbäche blitzen. Es ist die Berggruppe del Rosa, mit ihrem auf 4634 Metern höchsten Gipfel, dem  Punta Dufour, die nicht nur die Perle des Anzasca Tals, Macugnaga, überragt, eines renommierten Touristenortes, sondern auch der unbestreitbare Herrscher der Gipfel der Ossolaner Alpen ist. Image
Monte “Rosa” heisst der Berg, da er sich zu Sonnenauf- und -untergang rosa färbt, doch eigentlich kommt der Name von  “rouja”, das im alten Valdostaner Dialekt „Gletscher“ bedeutet. Auf dem Rosa, genauer der Gnifetti Spitze, liegt die höchste Alpenhütte Europas, die Capanna Regina Margherita, auf 4554 Metern, die Alpinisten ebenso dient, wie einer meteorologischen Station und einem Forschungszentrum zu den Auswirkungen der Höhe auf den menschlichen Körper.
Die Hütte wurde am 18. August 1883 eröffnet und kostete 17.094 Lire und 55 Cent: die Legende erzählt, das am Eröffnungstag alle eine Lira einzahlten, einschliesslich des Direktors der Arbeiten.
Doch wenn die Monte Rosa Kette bei den hohen Gipfeln tonangebend ist, so ist es der Mottarone als nahes, schnell erreichbares Ziel für den Tagesausflug.  Mehr als ein echter Berg ist der Mottarone ein Hügelmassiv zwischen dem  Lago Maggiore und dem Lago d’Orta von dessen rundlichem Gipfel man eine grandiose Rundumsicht hat,  von den  Alpi Marittime zum Monte Rosa, über die Poebene und die sieben Seen, rittlings zwischen dem Piemont und der Lombardei.  Seiner Lage wegen wird der Mottarone auch “der Berg der zwei Seen” genannt.

"So fantastisch und bezaubernd sie auch sein mag, die Isola Bella ist einfach rundweg wunderschön." So beschrieb Charles Dickens einen der Juwelen des Lago Maggiore. Doch es ist die Gesamtheit der Inseln, die die Einzigartigkeit des  Verbano und des Lago d’Orta ausmachen. Eine jede mit unvergleichlichen Eigenarten aus dem Zusammenspiel von Natur und Architektur.  Wo das Land aus dem See hervortritt, wusste der Mensch das Gleichgewicht zu respektieren, um der Geschichte und der weisen natürlichen Choreografie Platz zu lassen. So auch beim Palazzo Borromeo und seinen Gärten.

Die Meisterschaft der Gärtner, die die Gärten der Mutterinsel beleben, ist einzigartig, alles scheint fast wild, und ist doch genauestens geplant. Aber nicht die Gärtner, sondern das Tagwerk der Fischer belebt die gleichnamige Insel des Borromeo Golfs vom Lago Maggiore: die Fischerinsel. Image
Die Inseln sind auch die Hauptdarsteller im Alto Verbano: die Schlösser von Cannero, drei felsige Inselchen auf deren zwei sich Ruinen alter Festungen finden. Sie wurden zwischen dem XI und XII Jh. erbaut und“Malpaga” genannt. Auf den Inseln in der Nähe weht die blaue Fahne der Umweltschutzvereinigung, mit der sich die Gemeinde von Cannero rühmt, dem kleinen Zentrum mit der grossen touristischen Anziehungskraft.  Sie heissen „Schlösser von Cannero“ liegen aber in der Gemeinde von Cannobio, einer Gemeinde des Hochverbano an der Grenze zum Kanton Ticino, der mit seinem historischen Kern, eines der beliebtesten Einkaufs-und Tourismusziel für ausländische Urlauber am Lago Maggiore ist. 
Und schliesslich liegt die Ortainsel San Giulio im Cusio,  dominiert von der Basilika und dem Kloster  Mater Ecclesiae, einem Klausurkonvent benediktinischer Nonnen.  Fast 300 Meter lang herrscht hier das Schweigen. Gegenüber liegt der antike Dorfkern von Orta, ein faszinierender Fleck, dessen Gassen von hunderttausenden Besuchern jeden Monat des Jahres durchströmt werden.
Wenn eben die Gärten eine Hauptattraktion der Borromeer Inseln sind, sollte man die üppigen naturalistischen traditionellen Gärten der Villen am Lago Maggiore nicht unterschätzen. Villa Taranto, zum Beispiel. Ihre weltweite Berühmtheit nötigt auch eilige Besucher zumindest ein paar Stunden dort zu verbringen. Das heutige Aussehen des Gartens der Villa Taranto entstand nicht spontan, sondern als in der Zeit geformtes Resultat einer mühseligen Erarbeitung die Käptn McEacharn 1931 begonnen hatte.
Wenn man in den Garten der Villa eintritt meint man in ferne Länder zu reisen. Image

Von Verbania nach Stresa, mit Aufenthalt im Park der  Villa Pallavicino, der um eine Villa vom Ende des 19. Jh. herum angelegt ist. Das atemberaubende Panorama und die besondere Pflege der Anlage machen diesen Ort zum idealen Punkt, um in Harmonie mit der Natur seine freie Zeit zu geniessen.
Der botanische Garten Alpinia, auf den Hügeln über Stresa, dominiert den ganzen Golf von Borromeo. Die Besonderheit dieses Naturgebietes liegt in den botanischen Arten, die aus den alpinen und subalpinen Lagen der Alpen stammen.
STACCO IMM + MUSICA (cambio argomento)
Ein Rekordtunnel, vor allem in Bezug auf das, was er uns heute über die Vergangenheit erzählt: der Traforo del Sempione, der auf 19.803 Metern Domodossola mit Briga verbindet, und 1906 vom damaligen König von Italien, Vittorio Emanuele III, eingeweiht wurde. Im Sempione verkehrte unter anderen der berühmte Orientexpress, der Venedig, Mailand und Paris verband. Eine Strecke, auf der die „Grossen“der Kulturszene  reisten, und die Schauplatz einer der Kultromane von Agatha Christie wurde. Die grossen Reisenden des vergangenen Jahrhunderts hatten keine anderen Fortbewegungsmittel zur Verfügung, um bequem durch Europa zu gelangen und die Hauptstadt zu erreichen, die damals pulsierendes Herz der Kunst und Literatur des alten Kontinentes war.
Ein kurzer Verweis auf den Schienentransport hingegen,  der in der “Vigezzina”, oder auch “centovallina”, seinen hocheigensten lokalen Ausdruck fand:  von Domodossola nach Locarno über das Tal der Maler, bzw. Valle Vigezzo; eingweiht 1923, ist es noch heute eine folkloristische Attraktion im Bereich der hiesigen Reisen. Noch nicht einmal in der schwierigen Zeit der Partisanenrepublik von Ossola hat die Vigezzina ihre Verbindungsfunktion unterbrochen, und steht heute für eine andere Sichtweise, mit der man die Natur- und Landschaftsschönheiten des Tals geniessen kann. 
Das Vigezzo Tal lohnt einen Aufenthalt um die weite Hochebene zu bewundern, die Tradition und Kultur:  es ist sicher eines der schönsten Alpentäler, und natürliche Verbindung zwischen dem Sempione Pass und dem Gotthardt. Im Zentrum des sog. Pittori Tals liegt Santa Maria Maggiore, das noch vor dem Jahr 1000 gegründet wurde. Die Tradition der Kaminkehrer machte  Santa Maria Maggiore in der Welt bekannt. Dieser Tradition widmet sich das Museum des Kaminkehrers,  wo die Arbeitsgeräte sowie Fotografien und Zeugnisse ausgestellt sind, die das harte Leben dieser Profis vergangener Tage belegen, und wo die Tradition dieser harten Arbeit in einer stimmungsvollen Schau wieder ersteht, die Kaminkehrer von überall her anzieht. Ein weiterer suggestiver Flecken des Valle Vigezzo ist Re, ein kleines Bergdorf wo sich eine majestätische Kirche befindet, die dem Kult der Madonna des Blutes geweiht ist.  Image
Auf dem Weg nach unten zum See durchqueren wir das Cannobina Tal, wo alte Wege erhalten wurden, mit unterschiedlich langen und schwierigen Etappen. Auf diesen Teilstücken, die “Rundstrecke von San Carlo” genannt werden, durchläuft man das Tal zu Fuss, wie es ein Reisender zu Zeiten des  San Carlo Borromeo getan haben mag, und stösst nur sporadisch auf moderne Autostrassen.
Die Verbindung zwischen der Poebene und dem Alpenbogen, und dann dem Novarese, ist das hügelige  Gebiet von  Vergante, ein noch immer quasi intakter Zipfel Natur mit drei speziellen Naturreservaten:  der Sacro Monte di Orta, der Berg Mesma und der Hügel Colle della Torre di Buccione. Kunst, Glauben und Geschichte vermählen sich hier mit der Natur  zu einem prächtigen Schauspiel.
Sehr faszinierend ist auch das Hinterland von  Verbania. Premeno gehört zu den bekanntesten Gemeinden hier, denn Anfang des20. Jh. wurden hier viele Kinderkolonien gegründet, die in den Villen des Ortes beherbergt wurden. Wenige Kilometer von Premeno liegt Pian di Sole, eine Skistation und ein Aussichtsort zum lombardischen Ufer des Lago Maggiore hin.
Hinter Verbania, führt ein Tal über wilde Wege in die Natur:  das Valle Intrasca, Ziel für Sportliebhaber die auf den scheinbaren Ebenen laufen.
Die natürliche Faszination der Landschaft, und die Spuren jahrtausende alter Geschichte: wir sind in  Mergozzo, einem kleinen Dorf das unverändert seine Traditionen bewahrt. Die prähistorischen Fundstücke, die auf den Terrassen die über dem Dorf liegen gefunden wurden, sowie sein See zeigen, wie der Mensch sich in diesem Gebiet schon vor 5000 Jahren niederliess.
Wenn wir wieder zum Ossolatal hin aufsteigen kommt man nach Vogogna, das bis vor kurzem obbligatorisch auf dem Weg zum Sempione lag.  Das Dorf hat durch seine strategische Lage in der Vergangenheit eine gewisse militärische Bedeutung gehabt. Zwischen dem XIV und dem XVI Jahrhundert blühte Vogogna unter der Herrschaft der  Visconti und der  Borromeo, mit zahlreichen zivilen und militärischen Bauten. Bollwerke dieser ruhmreichen Epoche sind das Schloss Visconteo und der Palazzo Pretorio.Image

In Verbano Cusio Ossola trugen sich viele Ereignisse zu, die die Geschichte und damit auch die Gegenwart prägten:  die Spuren der historischen Bedeutung finden sich in der Cadorna Linie, die zwischen 1911 und 1916 erbaut wurde, um das italienische Landesgebiet vor einem vermuteten deutschen Angriff über die neutrale Schweiz zu schützen. Ein komplexes Verteidigungssystem, das von den ossolaner Tälern bis zu  den orobischen Wanderwegen reichte. Strassen, Maultierpfade, Gräben, und Artillerieposten. Sowie Kommandozentren und Strukturen die man heute logistische Basen nennen würde.  
Von der Geschichte des Krieges zur Geschichte der religiösen Kunst: die Sacri Monti oder heiligen Berge. Über die Stadt  Domodossola wacht der Sacro Monte Calvario, der von der Unesco 2003 ins Weltkulturerbe aufgenommen wurde.  1656 wählten zwei Kapuzinermönche den Hügel Mattarella, der die ossolaner Hauptstadt überragt, um den Sacro Monte und den Calvario darauf zu errichten. Doch es war Antonio Rosmini, der hier als Hauptakteur in schwierigen Zeiten, die sakrale Kultur  in diesem Ort verankerte.

Rosmini hat sein Leben dem Beweis gewidmet, dass Glauben und Vernunft, wie Johannes Paul der II in seiner Enzyklika Fides et Ratio schrieb: "die zwei Flügel sind, mit denen der menschliche Geist sich aufschwingt zur Erkenntnis der Wahrheit“. Die Lehren Rosminis haben übrigens auch in Stresa Schule gemacht, wo heute die internationale Bibliothek der Rosmini Studien liegt.  Image
Ein zweiter heiliger Berg des Verbano Cusio Ossola, der ins UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen wurde, ist der  Sacro Monte di Ghiffa (oder heiliger Berg der heiligen Dreifaltigkeit), dessen Errichtung zwischen dem XVI und dem  XVII Jh. lag. Heute gehören zum Heiligtum drei Kapellen die drei unterschiedlichen biblischen Themen gewidmet sind, und drei weitere kleinere Kapellen die als Oratorien dienen. 
Hervorragende Beispiele sakraler Kunst finden sich auch in der Kirche Monumentale di Baceno, im Valle Antigorio, die dem Heiligen San Gaudenzio gewidmet ist (dem ersten Bischof von Novara); von ebensolchem künstlerischen Wert sind die Fenster der Pfarrkirche  von Crevoladossola.
Kunst als Ausdruck von Natur, als von den von Menschen geschaffenen Erzeugnissen geformte Geschichte, als Hymne an die Heiligkeit. Verschiedene Perspektiven, die sich an einem Punkt zu einem kaleidoskopischen Bild verknüpfen, einer wahrlich einzigartigen geografischen Realität.   Doch es sind auch die Ereignisse, die, durch Traditionen stets erneuert, den kulturellen Reichtum der Gegend  ausmachen. Von der Internationalität des berühmten  Festival delle Settimane Musicali di Stresa e del Lago Maggiore zum jüngeren, aber inzwischen ebenson anerkannten Festival Umberto Giordano di Baveno. Ereignisse die Künstler, Werke, Konzerte und Vorstellungen ins Verbano Cusio Ossola brachten, die sich tief ins kulturelle Herz der Provincia Azzurra eingeschrieben haben.  Image

Künstler, die mit nur einer Vorstellung Marksteine setzten: B.B. King, Ray Charles, Michel Petrucciani, um nur einige zu nennen. Maestri wie Valery Giergev und Gianandrea Noseda, als Leitung internationaler Orchester die von den Bühnen des  Verbano Cusio Ossola die Noten der klassisch-synfonischen Musik erklingen liessen. Und auch für die Künstler ist ein Aufenthalt in der blauen Provinz ein “Wiederaufladen der Batterien”.  Arturo Toscanini wählte das Inselchen  San Giovanni zur Erholung von seinen anstrengenden Tournèen. Gianni Rodari, der aus Omegna stammt, trug das Cusio wo immer er war im Herzen. Umberto Giordano machte die Villa Fedora, in Baveno, zu einem Treffpunkt mit seinen Kollegen und zur Inspiration seiner Werke.
So erwähnenswert wie die Musikfeste, sind auch die Geschichten der Gegend, die ihren Widerhall finden.  Ein so beachtliches Verlagspanorama, das es einen Raum nur für sich brauchte: so entstand die “Papierfabrik”, ein Ereignis das, elf Jahre nach seiner erstmaligen Veranstaltung, weiter wächst und sich jedes Jahr in thematischen Ausstellungen artikuliert, die eine literarische Lebendigkeit in steter Evolution belegen.  Ebenso effizient ist eine weitere Ausstellung, die federführend für Bergliteratur ist: LetterAltura. Ein echtes Festival, das ausser der Literatur auch Reisen, Abenteuer, Treffen, Workshops und Ausflüge umfasst. Musik, Verlag, Kino:  in Stresa findet jedes Jahr der Premio Grinzane Cinema statt, der bekannte Gesichter der Leinwand in die Perle am Lago Maggiore  zieht, wo sich Kultur und Mondanität vereinen. Ebenfalls in  Stresa sind die Incontri cinematografici Italo Svizzeri, die sich an junge Regisseure richten, in Zusammenarbeit mit “Swiss Film” und der “Film commission Torino, Piemonte”. Ein weiterer Zweig des Premio Grinzane ist den  “gialli” vorbehalten, wo an den Ufern des Ortasees, bei Treffen und Veranstaltungen mit internationalen Gästen, die besten nationalen Autoren geehrt werden. Image

Ein eigenständiges Kapitel der Kultur des Territoriums bildet das deutschstämmige Volk der Walser, die vom Valleser Tal nach Italien, Liechtenstein und Österreich migrierten. Für die Gründe der Wanderung gibt es keine übereinstimmende Erklärung, sicher ist, dass die Walser sich in vielen Kolonien im  Verbano Cusio Ossola niederliessen, wo sie ihre Sprache (eine Art antikes deutsch), ihre Architektur und Traditionen pflegten.  In Macugnaga besichtigt man das alte Dorf,  das Museumshaus und das Goldbergwerk von Guia in Salecchio; von Ornavasso geht es nach Campello Monti, über Agaro und Formazza, mit den Zeugnissen der Festung: Spuren einer derart integrierten „Andersartigkeit“, dass sie selbst zum Wesensmerkmal der Gegend und der Gemeinden wird. 
Im Veranstaltungskalender von Verbano Cusio Ossola darf man während der Feiern des San Vito das faszinierende  Feuerwerk von Omegna nicht verpasssen: ein Lichtermeer,  das den Golf der Cusianer Hauptstadt im August hell erleuchtet.
Die Blumen in herrlichsten Farben sind auch Thema zweier Ausstellungen: dem Corso Fiorito und der Mostra della Camelia, in Verbania. Zwei gleichwertige Veranstaltungen der pulsierenden floristischen Aktivitäten im Verbano Cusio Ossola, wovon die Verbaneser Kamelie zeugt, die bei den olympischen Winterspielen in Turin 2006 den Titel „symbolische Blume“ erhielt. 
Unbedingt erwähnenswert ist auch die Fiera Campionaria di Arona, eine traditionsreiche, 50 jährige Mustermesse, die sich immer noch zu erneuern weiss, und jedes Jahr tausende Besucher aus ganz Norditalien anzieht. 
Eine ordentliche Reise darf die Entdeckung önogastronomischer Spezialitäten nicht vergessen,  die im Verbano Cusio Ossola die Küche des Sees und die der alpinen Täler zu einzigartigen Geschmackserlebnissen verknüpft: die Fische des Sees, und Bergtraditionen wie der Honig, der Käse, die Würste, Weine oder Kräuter.
Ein Prunkstück hier ist der Bettelmatt, ein echter Outsider der Höhenkäse, dem die Königskrone unter den Alpenkäsen gebührt. Image
Sein Geschmack verweist auf die Gastfreundlichkeit, die sich in den einfachen Berghütten und dem Agritourismus eben so spiegelt wie in den grossen Hotels am Lago Maggiore. Gastfreundlichkeit und Professionalität auch für einen Kongresstourismus, der seit Jahren ein wichtiges Standbein des lokalen Hotelgewerbes ist.  Internationale Firmen aller Sparten wählen diesen privilegierten Zipfel des östlichen Piemonts  für Businessveranstaltungen in den verschiedensten Sektoren. 
Die hiesigen Spezialitäten sind nie banal, auch nicht in ihren einfachen Formen, wie zB. den Kunsthandwerken. Typisch ist im  Valle Strona die Holzbearbeitung. Sicher keine Rarität, denkt man, hier in den Bergen. Jedoch ist hier im Tal aus dieser einfachen Bergtradition ein echtes Symbol entstanden: der “Pinocchio” aus Holz, der inzwischen nicht nur für die Farben der Stadt Collodi steht, sondern für diese ganze Ecke des Cusio, und das Design Made in Italy. Eine weitere Besonderheit, die man bei oberflächlicher Betrachtung leicht übersehen könnte: in Valle Strona werden die besten Saxophone in Handarbeit erstellt, für Jazzprofis und nicht nur diese.
Bei der Reise durch den  Cusio sollte man eine weitere Pause im distretto del casalingo einlegen. Objekte des täglichen Gebrauchs, die sich in allen Küchen der Welt finden, von Wohnküchen bis zu perfekt ausgestatteten Kommandozentren für Restaurants: Töpfe, Pfannen und ähnliches, die die Regeln der Praktizität und des feinsten Designs in einem Bereich diktieren, der im Cusio seinen Produktionsmotor findet,  sowie Ursprünge und Traditionen.  Image

In den Strassen des Verbano Cusio Ossola kann man die Höhlen nicht übersehen,   aus denen unterschiedlichste, durchweg edle Steine gefördert werden.  Als Beispiel hier die Cava di Candoglia, von der “Veneranda Fabbrica del Duomo” in der noch heute der Marmor abgebaut wird, mit dem der Dom von Mailand gebaut wurde, und dank dessen man die Konservierung und Restauration weiterführen kann.  Von Candoglia nach Milano wurde früher der Marmor über Toce, den Ticino und schliesslich i Navigli transportiert: das ist die VIA DEL MARMO, heute in einer Veranstaltung wiederbelebt, die an diesen antiken Weg erinnert. 
Unsere Reise endet auf’s Schönste für Freunde der frischen Luft und Naturliebhaber, mit sportlichen Aktivitäten, ausgehend  von den einladenden Campingplätzen, die zusammen mit den Berghütten, dem Agritourismus und dem Bed and Breakfast das grosse Übernachtungsangebot komplettieren. Alle möglichen Disziplinen sind hier zu Hause. Das Verbano Cusio Ossola ist eine Art Lehrbuch für den Sport: von einfachen Wanderungen entlang den Ausflugswegen über  anspruchsvolles Höhen-Trekking; vom Free climbing zum Reiten; von Segeln bis Kanufahren; von Rudern bis Golf. Besonderes erwähnt sei der Wintersport: das Gebiet von Neveazzurra bietet 150 KM Möglichkeiten, auch bei wenig Schnee, dank eines Kunstschneesystems. Image
7 Skistationen, und 50 Skilifts bedienen die Freunde der Abfahrt und der Langstrecke, die Snowboarder und Eisläufer, die Alpinskiliebhaber und Schneereifenfreunde.  Also ein wahres Paradies, wo nur eine Regel gilt: Faulheit adé.
Natur, Kunst Kultur, Önogastronomie und Sport: das sind die Geheimnisse einer Gegend, die es zu entdecken gilt.





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